Dominikanische Republik Reiseziele

Roadtrip: Von Cabarete nach Salinas

Tag 1: Von Cabarete bis fast nach Barahona

Ein tropisches Paradies wie Cabarete wird bei Regen sehr eng. Alles, was man normalerweise unternimmt,  fällt ins Wasser. Kartenspielen, Ganztags-Happy-Hour und in Cafés sitzen schlagen nach mehreren Tagen ebenso auf das Gemüt wie die ständig nassen Füße und die nicht mehr trocknende Kleidung. Was hilft ist die Flucht in Form eines Roadtrips auf die andere Seite der Insel, wo die Wetteraussichten Sonne und Wärme versprechen.

Unwetterschäden und tropisches Grün

Gemütlich fahren wir morgens los als das erste Mal seit Tagen in Cabarete die Sonne wieder scheint. Ziel ist die Küstenstadt Barahona, die 370km entfernt an der Südküste liegt. Sollte an einem Tag machbar sein auch wenn wir einen kleinen Umweg fahren, weil die Informationslage zur Passierbarkeit der Brücken aufgrund der Unwetter unübersichtlich ist.
Schon nach zehn Kilometern legen wir die erste Fotopause ein, als wir am sonst kleinen Fluss Rio San Juan vorbeifahren, der nach den heftigen Regenschauern nun die Ausmaße eines schlammigen Amazonas’ vorweist.
Bevor wir die Nordküste landeinwärts verlassen, sehen wir wiederholt Wiesen und kleine Wälder, die unter Wasser stehen und entdecken auf der Küstenseite wie aufgewühlt das Meer ist und wie viel Treibholz angeschwemmt wurde.

Bei Nagua rechts abbiegen

Nach gut anderthalb Stunden verlassen wir die Küstenstraße und fahren auf einem neuen Highway gen Süden. Die Straße ist ausgezeichnet und dass lässt sich der Betreiber mit Mautgebühren bezahlen. Die meisten Dominikaner wählen aufgrund der Gebühren andere Routen, so dass kaum Verkehr ist und wir in aller Ruhe das tropische Grün rechts und links der Fahrbahn genießen können, während im Radio Bachata, Merengue und Salsa für gute Laune sorgen.
Das hektischste an diesem Tag ist gegen 14 Uhr die Fahrt durch den Chaosverkehr von Santo Domingo, ohne Navi und ohne genau zu wissen, wie wir die Ausfahrt nach Barahona finden.

Wo das Auge hinsieht...saftiges Grün.
Wo das Auge hinsieht…saftiges Grün.

Improvisation a la Dominicana

Olli, meine Roadtripbegleitung, lebt bereits viele Jahre in der Dominikanischen Republik, kennt sich mit Verfahren in Santo Domingo und der Freundlichkeit der Menschen aus. Er sagt: „Kurbel das Fenster runter und frag mal den neben uns.“
Der Mann im Nachbarauto kennt den Weg und beschreibt ihn ganz genau. Minuten später, er fährt hinter uns her um zu schauen, dass wir den Weg finden, gestikuliert er noch einmal, wie wir weiter fahren müssen. Für mich bestätigt das wieder, wie freundlich und hilfsbereit die Dominikaner sind. Nach einer halben Stunden lassen wir die große hektische Stadt hinter uns und sind auf dem Weg nach San Cristobal.

Lunch an der Fahrbahn

Nach dem geschäftigen in San Cristobal, dass mit kolonialen Gebäuden beeindruckt, fällt unsere Wahl zum verspäteten Mittagessen auf einen kleinen Imbiss, direkt an der Hauptstraße. Zu unserem Entsetzen beginnt es zu regnen als wir zwischen Straßenlärm und lauter Imbiss-Musik Reis, Bohnen und Hühnchen essen. In Cabarete scheint die Sonne und wir sitzen im Regen….
Wir fahren weiter und als wir als näschsten Ort Bani passieren, dass nur 126km von Barahona entfernt ist, hat Olli eine Idee. Es ist bereits 15 Uhr und für die fehlenden Kilometer müssen wir mindestens zwei Stunden einplanen, was Ankunft in der Dunkelheit bedeutet. Das wollen wir nicht, zumal wir uns nicht in der Stadt auskennen und kein Hotel gebucht haben. „Es gibt in der Nähe die größten Sanddünen der Dominikanischen Republik.“, sagt er.
Mehr brauche ich nicht zu wissen. Ich bin überzeugt und froh, dass wir spontan unsere Route ändern können.

Salinas

Gegen 16 Uhr trudeln wir in Salinas ein und allein die wunderschönen Aussichten und die magische Stille der Landschaft bestätigt, dass wir alles richtig gemacht haben. Barahona muss warten, während wir rechtzeitig zum Sonnenuntergang an den stillen Wassern stehen, die bei Wind ein Kitesurf-Paradies sind, und heute mit den angrenzenden Bergen am Ende der Bucht die perfekte Ankunftsszenerie sind.

Lessons Learnt

Ich mag die Dominikanische Republik noch mehr als ich das sowieso tue und habe gelernt, dass:

  • 367km in der Dominikanischen Republik nicht zu vergleichen sind mit 367km auf der Autobahn.
  • Straßenkarte, GPS bzw. ein Navi unbedingt im Auto sein sollten, insbesondere, wenn man kein spanisch spricht und
  • dass man NICHT auf die Zeitangaben bei Google-Maps vertrauen kann.

Unsere Route im Überblick

Cabarete nach Nagua:
ca. 1,5 Stunden Fahrtzeit für 108km

Nagua nach Santo Domingo:
2 Std Fahrt auf der Autopista del Nordeste/Route 7 für 147km und eine halbe Stunde Stadtverkehr in Santo Domingo

Santo Domingo nach San Cristobal:
60 min Fahrt für 50 km, inkl. Stadtverkehr in San Cristobal

San Cristobal nach Salinas:
ca. 1 Stunde für 60 km

 

Teil 2: Salinas –  Wo der Kaffee in Schnapsgläsern serviert wird

Teil 3: Barahona

Teil 4: Barahona und die Strände der Südküste

Teil 5: Lago Enriquillo

About the author

Anica

Hallo und willkommen auf just-not-enough-time. Ich bin Anica und teile hier meine Reiseerfahrungen und –empfehlungen.
Seit über 15 Jahren backpacke ich durch die Welt und es ist kein Ende in Sicht.
Wenn ich nicht reisen kann, dann probiere ich neue Dinge aus und schreibe darüber.

4 Comments

Click here to post a comment

*

%d Bloggern gefällt das: