Jordanien

Alleine Reisen in Jordanien

Alleine reisen Jordanien

Alleine Reisen in Jordanien: Lange war es mein Traum nach Jordanien zu reisen. Plötzlich war der Flug gebucht und der Tag der Abreise rückte immer näher. Vergessen waren die Befürchtungen aus den Jahren zuvor: Ist es sicher in Jordanien? Kann der IS in das Land einfallen? Wie ist es dort als allein reisende Frau?
Ich habe fünf Tage in Jordanien verbracht, drei Tage davon in Petra und Wadi Musa, einen Tag und eine Nacht in der Wüste Wadi Rum und einen Tag und eine Nacht in Aqaba. Meine Erfahrungen waren durchweg positiv.

Wie steht es um die Sicherheit?

Es gibt Checkpoints entlang der Strecke von Aqaba nach Wadi Musa und Wadi Rum – vermutlich auch weitere Kontrollen auf dem Weg nach Amman oder zum Toten Meer.
Als ich mit dem Taxi unterwegs war, musste ich meinen Pass einmal vorzeigen. Als ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gereist bin, wurden die Ausweisdokumente der Einheimischen kontrolliert, nicht aber die der Touristen.
Wenn du planst nach Jordanien zu reisen, dann schaue auf jeden Fall vorab auf den Seiten des Auswärtigen Amtes nach, wie aktuell die Lage eingeschätzt wird.

Wie war Jordanien als allein reisende Frau?

Zu keiner Zeit habe ich mich bedroht oder unsicher gefühlt. Die Menschen waren durchweg freundlich und ausgesprochen hilfsbereit.
Jordanien ist ein muslimisches Land, in dem die Frauen eher zu Hause sind und die Männer Jobs außerhalb der heimischen vier Wände haben. Die Mehrheit der Personen, mit denen ich als Reisende also in Kontakt gekommen bin, waren dementsprechend Männer, von denen mir keiner unangenehm begegnet ist. Ich war schon fast enttäuscht, dass niemand gefragt hat: Wo ist dein Ehemann ; )
Es gab eine Situation, bei der ich mir nicht sicher bin, wie ich sie auslegen soll: Nach meinem Besuch in Petra bin ich in die Felsenbar gegangen, um ein erfrischendes Bier zu trinken. Dass Frauen allein ausgehen, und auch Alkohol trinken, ist für jordanische Frauen eher ungewöhnlich. Dabei hatte ich ein leicht seltsames Gefühl – ohne dass jemand etwas gesagt oder getan hat.

Petra Jordanien Felsunbar

Wie hast du dich auf die Reise vorbereitet?

Weil ich mir nicht vorstellen konnte, wie das Reisen in Jordanien ist, habe ich vorab recherchiert und unter anderem gelesen, dass man als Frau den direkten Blickkontakt zu Männern vermeiden sollte, sich im Taxi nach hinten setzt und dass man als Frau nicht die Hand zur Begrüßung gibt. Ich hatte diese Punkte im Hinterkopf, aber letztlich bin ich in keiner Situation gewesen, in der das relevant war bzw. ich habe nicht auf den Boden gestarrt, wenn ich mich mit jemandem unterhalten habe. Bei Taxifahrten, bei denen ich allein war, habe ich mich nach hinten gesetzt. Einer der überraschendsten Momente auf meiner Reise war auf einer Taxifahrt in Aqaba. Der Taxifahrer legte einen kurzen Stop ein, um sich ein Wasser zu kaufen, weil es an dem Nachmittag sehr heiß war. Als er zurückkam, hatte er auch eine Flasche für mich dabei.

Hast du Kleidungsvorschriften beachtet?

Beim Packen habe ich mich etwas schwerer getan. Dass man sich konservativer Kleiden soll – also keine hautengen, superkurzen oder tiefausgeschnittenen Shirts, Kleider, Röcke und Shorts – daran habe ich mich gehalten, weil ich mich so auch selber wohler gefühlt habe. In Jeans und T-Shirt unterwegs zu sein, war überhaupt kein Problem. Kurze Hose ging auch – ich habe mich für die Version „knielang“ entschieden aber auch viele Touristinnen gesehen, die wesentlich freizügiger gekleidet waren.
Da ich keine Moschee besucht habe und auch nur an touristischen Orten war, brauchte ich kein Kopftuch und hatte auch nicht den Eindruck, dass ich negativ auffalle. Wie gesagt: an touristischen Orten sind die Menschen an den westlichen Kleidungsstil gewöhnt. Trotzdem sollte man im Hinterkopf haben, welche Werte in Jordanien gelten.
Mehr zum Thema Kleidung findest du in: Packliste für Jordanien.

Hast du andere Reisende kennen gelernt?

Fast jeden Tag habe ich neue Leute getroffen. Am Grenzübergang von Eilat (Israel) nach Aqaba (Jordanien), im Bus von Aqaba nach Wadi Musa, im Hostel, beim Kochkurs, beim Ausflug in die Wüste Wadi Rum. Es sind viele Reisende unterwegs.

Wächst der Tourismus in Jordanien?

Ja. Kreuzfahrtschiffe legen einen Stopp am Roten Meer in Aqaba ein, organisierte Touren werden durch das Land angeboten und viele Reisende organisieren sich ihre Trips selber – entweder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, mit gemieteten Autos oder per Taxi, was in Jordanien relativ kostengünstig ist, vor allem, wenn man sich die Kosten teilt. Da das Land relativ klein ist, ist man innerhalb von ein bis zwei Stunden Fahrt gleich am nächsten Ort.
Nur mal zur Vorstellung: Im November 2017 sind jeden Tag 4000 bis 8000 Menschen auf dem Gelände von der Felsenstadt Petra.

Wie kommt man kostengünstig nach Jordanien?

Es gibt Flüge nach Amman, Kreuzfahrten ans Rote Meer. Ich selber bin mit Ryanair geflogen, die seit Ende Oktober günstige Flügen in den Süden Israels, nach Eilat, anbieten. Eilat ist der Grenzort zu Jordanien und mit dem Taxi ist man innerhalb von zehn Minuten an der Grenze.
Die Flüge in den Süden Israels sind derzeit günstig, weil Israel auf die Flughafensteuern verzichtet, um den Tourismus im Dreiländereck Ägypten-Jordanien-Israel anzukurbeln.

Würdest du Jordanien als Reiseziel empfehlen?

Auf jeden Fall. Jordanien ist ein Traum. Magisch. Majästetisch. Beeindruckend. Mit zwei der schönsten Orte, die ich je gesehen habe. Die Felsenstadt Petra und Wadi Rum sind wahre Weltwunder, die man nicht beschreiben kann und unbedingt auf seine „Wunschliste“ setzen sollte. Und die Menschen waren äußerst freundlich. Viele sprechen zumindest ein paar Worte englisch und wenn nicht wissen sie sich zu helfen: Sie rufen einen Freund an, mit dem man dann auf englisch klärt, was auf arabisch nicht möglich war.

Deine Frage ist noch nicht beantwortet? Dann stell sie gern in den Kommentaren oder mail mir.

About the author

Anica

Hallo und willkommen auf just-not-enough-time. Ich bin Anica und teile hier meine Reiseerfahrungen und –empfehlungen.
Seit über 15 Jahren backpacke ich durch die Welt und es ist kein Ende in Sicht.
Wenn ich nicht reisen kann, dann probiere ich neue Dinge aus und schreibe darüber.

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