Havanna Kuba Mein erstes Mal...

Die rote Tür ist schwarz: Stones in La Habana

Vor der Show

Die Stones in Havanna

Es ist Karfreitag, 13 Uhr und ich stehe wirklich vor der Venue, in der in ein paar Stunden DAS historische Konzert 2016 stattfinden wird: Rolling Stones Havanna! Die Rolling Stones spielen und um 13 Uhr warte ich mit ein paar Hundert anderen Personen auf den Einlass. Eins ist klar: Wir werden alle rein kommen, wir werden weit vorne stehen und wir werden dieses historische Konzert sehen.
Es ist nicht das erste Mal, dass ich meine Reisepläne um tausende Kilometer für ein Konzert geändert habe. Dieses Mal war es besonders schwer. Mit allen möglichen Mitteln hat die Anreise in letzter Minute geklappt. Es gab keinen Flug am Vortag, der heutige Tag war ausgebucht und 22 Stunden Bus waren eine unmögliche Vorstellung. Was blieb: 14 Stunden in einem lauten Mini-Van, von Baracoa nach Havanna.

Es ist heiß, als wir im Stadion ankommen und nur ein paar Hundert andere Musikfreunde sind genauso früh vor Ort. Der ZDF-Korrespondent für Kuba erzählt, dass er seit Dezember 2014, in dem Obama und Raul die erste Annäherung starteten, keine freie Minute mehr hatte. Er ist auch meiner Meinung: dieses Konzert ist bedeutsamer für den Rest der Welt als für viele in Kuba, die die Musik der Stones nicht kennen aber herkommen, weil das Konzert for free ist. Als ich mit Kubanern spreche und sage, wo ich hin möchte ist die Reaktion oft: Wer? Welche Band? Rolling-was?

Verbotene Musik

Die Stones waren wie die Beatles vor Jahren verboten, der Musikmarkt geschlossen und auch heute ist das meiste, was aus den Boxen schallt spanischsprachig. Wer kennt da schon die Lieder der Stones, abgesehen von der älteren Generation? Bedeutsam aber ist dieses Konzert. Das einst verbotene darf nun offiziell von Hunderttausenden gefeiert werden.

Pünktlich um 14 Uhr ist Einlass. Es ist schwer zu sagen, wer das kleine Metallgitter umschmeißt, denn panikartig pressen sich Hunderte mit einem Mal durch das Tor. Der kleine Polizist springt zur Seite, die Menschen rennen, stolpern, einige fallen über die irrsinnige Stufe am Einlass. Es grenzt an ein Wunder, dass es bei blauen Flecken und Schürfwunden bleibt und keiner zertrampelt wird. Nach einer Minute ist das Chaos vorbei, die Verantwortlichen hätten den Einlass nicht schlechter managen können.

6 Dixie-Klos für tausende Leute

Uns bleiben 6 Stunden Wartezeit. Im Stadion gibt es ein paar Popcorn-Verkäufer aber von den bei Konzerten gewohnten Bier- und Essständen ist nichts zu sehen. Glücklicherweise haben wir vorgesorgt. Nach Monaten in Kuba ist natürlich eine Flasche Rum dabei, die uns den Nachmittag versüßt. Problematisch wird es als ein Toilettenbesuch nicht mehr zu vermeiden ist. Es gibt im Stadion ganze 6 Dixie-Klos, für tausende Jungs und Mädchen. Die Wartezeit schwankt zwischen vierzig Minuten und knapp 2 Stunden! Richardt Gere, Thomas Hayo und Jorge Gonzales müssen im VIP-Bereich hoffentlich nicht so lange warten.

Um 20.30 Uhr ist es soweit. Die alten Herren betreten die Bühne und die Strapazen der letzten Nacht sind vergessen. Gänsehaut.

Hola Havana! Mick Jagger spricht spanisch. Jemand sagt: Obama hat nichts auf spanisch gesagt!

Mick singt Angie, Sinfony for the Devil, Streicht die rote Tür schwarz und zum Abschluss Satisfaction. Nach über zwei Stunden Rock’n’Roll und Festivalfeeling endet die Show vor Hunderttausenden kommunistisch pünktlich 22.50.

Mein Fazit: Pleased to meet you and have been here.

About the author

Anica

Hallo und willkommen auf just-not-enough-time. Ich bin Anica und teile hier meine Reiseerfahrungen und –empfehlungen.
Seit über 15 Jahren backpacke ich durch die Welt und es ist kein Ende in Sicht.
Wenn ich nicht reisen kann, dann probiere ich neue Dinge aus und schreibe darüber.

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