Kuba

Zum CUCCUC Teil 1: „Money, Money, Money…“ ABBA

Kubanische Peso
Kubanische Peso

Mit 20 Euro einen Monat finanzieren

„Versuch mal, mit 20 CUC, dem durchschnittlichen Lohn einen Monat zu leben! Ich lade dich herzlich zu dem Versuch ein.“, sagt Diego. Ohne nachzudenken antworte ich: „Wie soll das denn gehen?!“, und er nickt zerknirscht und zustimmend.
CUC steht für Cuban Convertible Peso, eine Parallelwährung zur länger existierenden Moneda Nacional (MN), die auch Cuban Peso (CUP) genannt wird. Ein CUC, ungefähr ein Euro, entspricht 25 MN/CUP – verwirrend ist anfänglich, dass beides Peso heißt.

25 MN/CUP = 1 CUC = ca. 1,05 Euro (Stand Januar 2016)

 Warum gibt es zwei Währungen in Kuba?

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ging 1989/90 Kubas Wirtschaft in die Knie, da das Land von den russischen Ölimporten abhing. Einerseits fehlte in dieser Zeit Öl für die einheimische Produktion, Landwirtschaft und den Transport, andererseits nutzte Kuba einen Teil des Öls für den Re-Export, um Devisen zu erwirtschaften, die dann ebenfalls fehlten.

In dieser Zeit etablierte sich ein Schwarzmarkt, auf dem die Bevölkerung mit Dollar zahlte, um so das für das Leben nötige zu erwerben.

1993 wurde der Dollar legalisiert, da dieser als Zahlungsmittel mittlerweile etabliert war. Ein Jahr später wurde als Alternative der CUC eingeführt. In 2004 wurde der Dollar als Zahlungsmittel wieder abgeschafft und der CUC trat komplett an dessen Stelle.

Visa, Mastercard, American Express?

Mit Dollar kann man offiziell nicht zahlen – aber natürlich gibt es immer Ausnahmen, nicht nur in den Cadecas, den Wechselstuben. Dort kann man Dollar und Euro sowie Travellers’ Checks tauschen – zahlt aber hohe Gebühren.

Besser ist es mit VISA-Karte am Automaten Geld zu ziehen. Von verschiedenen Personen habe ich gehört, dass Mastercard nicht funktioniert. Mit American Express, so musste meine Mitbewohnerin schmerzlich feststellen, gibt es kein Geld. Erst nach diversen Besuchen bei der amerikanischen Botschaft, dem Einsatz von Western Union und dem Verlust von viel Zeit und Nerven hat sie vier Tage später cash. Aber das ist eine andere Geschichte.

Beim Abheben muss man sich keine Gedanken über die Gebühren machen, die sind bei allen Instituten gleich, und erhöhen sich im Verhältnis zur abgehobenen Menge.

Offizielle und informelle Kurse

Das erste Mal halte ich die Währung am Flughafen von Havanna in der Hand, da es verboten ist kubanisches Geld aus- und einzuführen. Daher dauert es ein paar Tage und bedarf einiger Missverständnisse, bis ich die unterschiedlichen Angaben auf den Preisschildern, das Umrechnen und den Zusammenhang zwischen CUC und MN verstanden habe. In manchen Läden kann man mit beiden Währungen bezahlen, und beides ist angeschrieben, in anderen ist nur eine Währung angegeben, man kann trotzdem mit beidem zahlen.

Zu Anfang bin ich z.B. geschockt als ich bei einem Straßenhändler ein kleines Gebäckstück kaufe und er drei Peso verlangt. „Drei?“, frage ich und finde das selbst für deutsche Verhältnisse einen verrückten Preis. Ich weiß, dass man als Tourist zu Beginn einer Reise Lehrgeld zahlt aber das haut mich um, bis zu dem Moment als mir der Händler den Betrag in CUC-Cent abnimmt. Die 3 Peso sind Moneda Nacional und letztlich kostet das Gebäck nicht 3 Euro sondern 12 Cent, wobei der Händler beim Bezahlen aus meiner Wahrnehmung aufrundet aber tatsächlich den ’Straßenkurs’ anwendet, den ich anfangs nicht kenne. Neben dem offiziellen 1 zu 25 Kurs gilt überall sonst folgende Umrechnung:

0,05 CUC = 1 MN; nach Adam Riese 1,25 MN
0,50 CUC = 10 MN; nach Adam Riese 12,5MN
1 CUC = 25 MN; Herr Riese kommt hier zu demselben Ergebnis.

Es erleichtert das Bezahlen, beugt einer Wechselgeldschlacht vor und ist durchaus praktisch. In vielen Ländern fällt mir das Umrechnen leichter. In Kuba lässt mich mein ganz kleines Einmaleins im Stich, z. B. beim Zeitungskauf. Eine Zeitung kostet 0,15MN. Ich versuche umzurechnen und scheitere mit Knoten im Gehirn. Der Taschenrechner sagt später, dass es 0,006 Euro sind.

Und: Kuba ist glaube ich das einzige Land, das Geldnoten in der Höhe von 3 hat, sowohl Münzen als auch Scheine.

Anyway…Ich bin von der Ausgangsfrage abgekommen. Wie man mit 20 CUC durch den Monat kommt bleibt unbeantwortet. Das verdient einen eigenen Post.

Hier geht es weiter:

Teil II: Leben mit 20 Euro im Monat? Was kostet das Leben in Kuba?
Teil III: Bier für 60 Euro. Wenn kubanische Preise in Deutschland gelten würden…
Teil IV: Alles Diebe und professionelle Boy- and Girlfriends. Wie das Leben mit 20 CUC möglich ist….

 

About the author

Anica

Hallo und willkommen auf just-not-enough-time. Ich bin Anica und teile hier meine Reiseerfahrungen und –empfehlungen.
Seit über 15 Jahren backpacke ich durch die Welt und es ist kein Ende in Sicht.
Wenn ich nicht reisen kann, dann probiere ich neue Dinge aus und schreibe darüber.

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