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Arbeiten im Coworking Space: Fail oder beste Entscheidung ever?

Do what you love Hamburg We Work

Nach drei Wochen im Coworking Space ist es höchste Zeit meine Erfahrungen und Tipps auf dem Blog zu teilen, denn über Wochen habe ich dem 1. April mit größter Vorfreude entgegen gefiebert, dem ersten Tag im Coworking-Space. Vorbei sind die Zeiten, in denen das Büro gefühlt am Stadtrand auf der grünen Wiese war, weit weg von Zivilisation, Cafés und Restaurants. Selbst der Taxifahrer, der mich am letzten Tag aus dem alten Büro in der kleinen Straße mit meinem Monitor und einer Kiste Unterlagen abholt, kann nicht umhin als zu sagen: Das ist ja wie das Ende der Welt hier. Es kommt ein Neuanfang, in einer stilvoll modernen Arbeitsumgebung, im Herzen der Stadt, mit vielen motivierten CoWorkern, die in den unterschiedlichsten Projekten, StartUps und Unternehmen tätig sind. 

Wework Hamburg Community Area
Der erste Eindruck beim Betreten der Community Area.

Der erste Tag Coworking

Am ersten Tag packe ich morgens meinen Monitor unter den Arm, das Laptop wie immer in den Rucksack und per Bus fahre ich das kurze Stück zum Axel-Springer-Platz zu dem großen Glasgebäude, in dem das riesige Banner hängt, dass Motivation und Mahnmal zugleich ist. Darauf steht: 

Do what you love! 

Ich trete durch die Eingangstür, fahre mit dem Fahrstuhl in den 3. Stock, melde ich mich am Empfang an, lade die Coworking-App herunter, in der ich alles finde, was ich für die Zeit hier brauche: Passwörter für das Wlan, Nutzername und Passwort für den Drucker und nicht zuletzt Zugriff zu all den Veranstaltungsinfos.
Die herzliche Mitarbeiterin händigt mir meine schwarze Karte aus, mit der ich Zugang zum Büro erhalte und eine kleine Willkommenstasche mit T-Shirt, Notizblick und Stift. 

Die neue in der Coworking-Klasse

Dann führt sie mich ohne Umwege zu meinem neuen Arbeitsplatz. Ich habe mich für einen festen Schreibtisch, einen sogenannten Dedicated Desk, in einem Raum mit vielen anderen entschieden. Nach längerer Zeit im Einzelbüro freue ich mich darauf, von mehr Menschen umgeben zu sein. 
Beim Betreten des Raumes könnte man meinen ich komme in eine neue Schulklasse und der Lehrer weist mir meinen Platz zu. Mein Tischnachbar stellt sich gleich vor, fragt, was ich mache, während ich den Monitor und die Docking-Station anschließe. Und oh Wunder – ich habe alles richtig gemacht, alles läuft. Der erste echte Tag im Co-Working-Space kann beginnen.

Großraumbüro mit Bibliotheksflair 

Der Raum ist groß, es sind fünf oder sechs Leute an meinem ersten Tag anwesend, obwohl 40 Personen Platz hätten. Das klingt nach einem furchtbarem Großraumbüro aber auch in den folgenden zwei Wochen sind nie mehr als 9 Personen gleichzeitig anwesend. Die Stimmung ist konzentriert, es ist ruhig, fast wie in einer Bibliothek. Telefonate werden kurz gehalten oder man zieht sich in eine der Telefonkabinen zurück, so dass die anderen in Ruhe weiter arbeiten können. Ab und zu gibt es kurze Gespräche, jemand fragt nach Feedback und dann geht es konzentriert weiter. Keiner vertrödelt Zeit, alle scheinen eine Mission zu haben und deswegen lenkt keiner die anderen ab.

Selbe Stadt – neues Viertel

Nicht nur das Büro ist neu für mich. Das WeWork am Axel-Springer-Platz grenzt an den Hamburger Stadtteil Neustadt, in dem ich mich so gut wie nie aufhalte. Das hat den positiven Nebeneffekt, dass ich das Gefühl habe in einer neuen Stadt zu sein – weil ich die Ecke nicht kenne und die Mittagspause zum Testen neuer Restaurants nutzen kann.  Ich kann bei Edelcurry vorbeischauen, ausgezeichnet für die beste Currywurst in 2009, direkt daneben eine leckere Suppe in der schönsten Campus-Suite-Filiale (ausgezeichnet von mir) essen, beim Italiener um die Ecke vorbei schauen oder ein Franzbrötchen beim Schanzenbäcker kaufen. Und das ist erst der Anfang. 

Aber nicht nur die kulinarische Vielfalt im Zentrum Hamburgs ist ein großes Plus. Gleich hinter dem Bürogebäude ist ein kleiner Park mit einem Extrabereich in dem Hunde auslaufen und spielen können. Das ist besonders für diejenigen von Bedeutung, die ihre Vierbeiner mit ins Büro bringen.
Vor dem WeWork-Gebäude entsteht derzeit ein kleiner Platz und nur ein paar Meter weiter ist ein weiterer Platz mit Bänken, auf denen man die Mittagspause in der Sonne verbringen kann.

Lage WeWork Hamburg
Ein Ort im grünen für eine kleine Pause.

Kaffee, Wasser und After-Work

Und ja, es gibt in dem Hauptaufenthaltsraum – der Community-Area – einen Kicker, eine Tischtennisplatte und einige Couchen. Wasser, mit und ohne Sprudel, Tee, Kaffee in den verschiedensten Ausführungen, eigens zubereitetes Fruchtwasser und ab 15 Uhr Bier – auch das gehört zum Angebot. (Anmerkung der Autorin: Selbst nach 3 Wochen habe ich noch kein Bier dort getrunken.) Montags um 10 Uhr gibt es ein Community-Frühstück, denn netzwerken steht an oberster Stelle. Mindestens einmal pro Woche ist eine After-Work-Veranstaltung angesagt, es gibt Weihnachts- und Halloweenpartys, Ostereier werden gemeinsam gesucht und es gibt sogenannte „Floorpartys“, auf denen alle Coworker sich in der Küche einer Etage Zeit zum Austausch treffen. Natürlich werden auch Getränke und Snacks zur Verfügung gestellt. Jeweils am Monatsanfang gibt es eine Orientierungsveranstaltung für die Neuen.

Tasse Becher WeWork Hamburg
Die kleinen Dinge machen den Unterschied.

Wellness im Büro

Mein persönliches Highlight sind aber die Massagetherapeutin und der Physiotherapeut, die jeden zweiten Mittwoch im Haus sind und den bürostuhlgeplagten Coworkern zur Seite stehen. Keine lange Vorlaufzeit bei der Terminvereinbarung, keine Anreise – einfach beim Community-Team Bescheid sagen und zur verabredeten Zeit in dem kleinen Raum vorbei schauen, der an die Community Area angrenzt. An Tagen, an denen dort nicht massiert und physiotherapiert wird, kann man sich dort für eine Meditationspause zurückziehen.

Es kann doch nicht alles gut sein, oder?

Am Anfang findet man vieles gut und potenziell negative Dinge übersieht man. Vermutlich bin ich noch in diesem Stadium. Aber eine Sache gibt es doch, die mir schnell auffiel: Die Schreibtische sind verhältnismäßig schmal, dass heißt der Abstand zwischen Augen und Bildschirm ist zu gering und ein bisschen mehr Platz auf dem Schreibtisch fehlt. 
Es bleibt aber vorerst bei diesem Fazit:

I work in a place that I love.

Tipps für die Auswahl eines Coworking-Spaces

1. Schau dir mehrere Coworking-Locations an.
Wenn du überlegst deinen Arbeitsplatz in einen Coworking-Space zu verlegen, dann schau ihn dir unbedingt vorher an. Jeder Space hat seinen eigenen Charakter, sein eigenes Flair, auch wenn sie zum selben Anbieter gehören. Lass dir die verschiedenen Räume zeigen und frag, welche Community-Aktivitäten es gibt. Besuche mehr als einen Coworking-Anbieter um einen Eindruck zu erhalten, was am besten für dich passt.

2. Wie ist das Community-Team drauf? Wie gehen sie mit dir um?
Achte darauf, ob sich dein Guide Zeit nimmt und fragt, wie du arbeitest, d.h. ob du viel telefonierst oder eher ruhig vor dem Rechner sitzt. Wenn du ruhig arbeitest, möchtest du nicht zwischen Dauertelefonieren sitzen.
Bei der Besichtigung eines Coworking-Spaces wurde ich einmal durch die Räume geführt und das war es. In dem zweiten, für den ich mich entschieden habe, wurde sich Zeit genommen. Für mich hat darüberhinaus auch die Atmosphäre in der Community-Area den Ausschlag gegeben.

3. Nutze Test-Tage
Coworking-Spaces veranstalten Tage, an denen du testweise deinen potenziellen neuen Arbeitsplatz für einen Tag testen kannst. Falls es dieses Angebot nicht gibt, frag, ob du probeweise einen Tag vor Ort verbringen kannst.

4. Noise-Cancelling-Kopfhörer
Wenn du sehr geräuschempfindlich bist, zwischendurch einfach Ruhe benötigst, heißt die Lösung im Coworking Space Noise-Cancelling-Kopfhörer. Achte beim Kauf darauf, wie gut sie der Geräuschkulisse entgegen steuern. Sie sollten die Funktion ANC – Active Noise Cancelling besitzen. Viele schwören auf den Bose QuietComfort 35 Wireless Kopfhörer.

About the author

Anica

Hallo und willkommen auf just-not-enough-time. Ich bin Anica und teile hier meine Reiseerfahrungen und –empfehlungen.
Seit über 15 Jahren backpacke ich durch die Welt und es ist kein Ende in Sicht.
Wenn ich nicht reisen kann, dann probiere ich neue Dinge aus und schreibe darüber.

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