Kapverden

Cachupa und (k)eine gute Tat?

Beobachter
Beobachter

Kreolisches Frühstück

Mission des Morgens: Kapverdianisches Frühstück ausprobieren, in einem kreolischen Café, dass mir Kuka, die Surflehrerin, empfohlen hat. Es ist kurz nach 9 und fast alle Tische sind besetzt. Die Kellnerin fliegt von Tisch zu Tisch, nimmt Bestellungen auf, deckt ein, bringt Essen und räumt ab. Der Ventialtor summt, der Fernseher zeigt leise die Nachrichten. Es ist überraschend ruhig für ein gut besuchtes Café.
Ich bestelle das typisch kapverdianische Frühstück Cachupa aus gestampftem Mais, Zwiebeln, grünen Bananen, Maniok, Süßkartoffeln, Kürbis, Yams und Speck, inklusive Spiegelei und Chorizo.

Zuschauer

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht ein Mann und beobachtet das Frühstückstreiben in der kleinen Cafeteria. Er steht still und schaut zu, barfuß. In seinem ausgewaschenem übergroßen blauen T-Shirt und den wadenlangen Shorts wirkt er genauso verloren wie in der menschenleeren Gasse, in der er steht, ganz so, als gehöre er nicht dazu. Er steht dort und schaut zu.

Die Kellnerin bringt mein Frühstück und am liebsten würde ich es mit ihm teilen. Oder der Kellnerin sagen, dass sie ihm ein Frühstück bringen soll. Um mich herum essen alle, keiner scheint ihn zu sehen. Dann quietschen Reifen und ein schrilles Fiepen ist zu hören. Ein Auto hat einen Hund angefahren, zu dem sofort mehrere Personen eilen, den Autofahrer instruieren zum Tierarzt zu fahren. So schnell wie das Auto kam, so schnell hat sich der Cafebetrieb normalisiert. Nur der Mann steht immer noch an seiner Ecke und schaut zu.

Kopfschütteln

Mit Mühe esse ich die große Portion und überlege, was ich machen möchte. Letztlich entscheide ich, dass er selber wählen soll, was er frühstückt. Als ich bezahlt habe, überquere ich die Straße, laufe langsam auf ihn zu, halte ihm Geld für eine Mahlzeit hin, gestikuliere „für etwas zum Essen“ und er, er schüttelt den Kopf.

About the author

Anica

Hallo und willkommen auf just-not-enough-time. Ich bin Anica und teile hier meine Reiseerfahrungen und –empfehlungen.
Seit über 15 Jahren backpacke ich durch die Welt und es ist kein Ende in Sicht.
Wenn ich nicht reisen kann, dann probiere ich neue Dinge aus und schreibe darüber.

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