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Eissauna: Extremfrieren bei minus 160 Grad

Die schönsten Orte der Welt Perito Moreno

Ice, Ice, Baby…

Die einen springen zu Beginn des neuen Jahres in die eiskalte Ostsee – ich habe beschlossen eine Eissauna zu testen. Minus 160 Grad, für ein paar Minuten. Ich muss verrückt sein, denn Wärme ist mir definitiv lieber als Kälte. Aber wenn Sportler die Eissauna zur Regeneration, nutzen, die Muskeln entspannt werden und der Stoffwechsel angekurbelt wird, so dass der Körper entschlackt und am Ende Endorphine ausgeschüttet? Warum also nicht.

Eissauna – was ist das?

Die Eissauna ist eine Kabine, in die verdampfter Stickstoff geblasen wird. Dabei wird die Temperatur auf bis zu minus 180 Grad herunter gekühlt.

Vorbereitung für die Eissauna

Ich fahre in den Hofweg 100 zum Kryopoint in Winterhude. Den Termin habe ich am Vorabend online gebucht. Ich bin ein bisschen nervös als ich in das Eisstudio eintrete, dass atmosphärisch wie ein Sonnenstudio wirkt – nur eben in kalt. 
Bevor es losgeht, muss ich einen Fragebogen ausfüllen, in dem Vorerkrankungen und Risikofaktoren abgefragt werden. Ist man erschöpft, erkältet, schwanger, hat Herzkrankheiten, einen Herzschrittmacher oder wird wegen Krebs therapiert dann wird von der Behandlung abgeraten. 
Während ich meinen Fragebogen ausfülle, verschwindet eine Kundin in den Raum, in dem die Kryosauna-Tonne steht. 
Anschließend folgt eine detaillierte Erklärung, was genau im Körper bei den Extremtemperaturen geschieht: Alle Energieressourcen werden mobilisiert um die inneren Organe, die lebensnotwendig sind, vor der Kälte zu schützen. Somit wird der Stoffwechsel angeregt und viel Energie verbraucht. Zwischen 700 und 100 Kalorien soll der Körper in dieser Zeit verbrauchen. Nach der Erklärung geht es direkt los.

Wie fühlt sich ein Besuch in der Eissauna an?

Mit Handschuhen, Socken (die Fußgelenke können empfindlich auf die Temperaturen reagieren) und in Unterwäsche steige ich in die Eistonne, die wie eine spacige Litfasssäule aussieht, aus der mein Kopf gleich oben rausschaut. Die Hände und Arme kann ich in „Merkelhaltung“ positionieren und schon startet die Mitarbeiterin meine drei minütige Eiszeit. 
Da es mein Ersttermin ist, bleibt sie im Raum, unterhält sich mit mir um mich einerseits von der Kälte abzulenken und sicherzugehen, dass ich den Extrembedingungen standhalte. Das Zischen kündigt die Zufuhr neuer Kälte an, die ich hauptsächlich an meiner Rückseite fühle. Es ist eine trockene Kälte, die viel angenehmer als Eiswasser auf der Haut ist. Trotzdem bibbere ich. Es ist kalt aber es ist nicht unangenehm, die Kälte brennt und zwickt nicht. 
Nach zwei Minuten frage ich das erste Mal, wie viel Zeit noch bleibt, denn – Überraschung – mir ist kalt. 

Die längsten 3 Minuten der Welt?

Zwischen zähneklapperrrrn, zitterrrrn und dem Gedanken „Kann ich mich hierrrr auch selbst befreien?“ kann ich der Mitarbeiterin nicht rrrrichtig zuhören. Mein Gehirn hat auf „Überleben“ umgestellt. Das Zischen kündigt eine neue Kältewelle an.
Ich werfe einen Blick auf den Monitor, der neben der Kältetonne steht, um einen Blick auf die verbleibende Zeit zu werfen. Ich entdecke die Zeitangabe auf dem Monitor nicht.

Mein Körper schüttet Adrenalin aus, während wieder das Rauschen beginnt, das die Zufuhr neuen kalten Stickstoffs gegen meine Rückseite ankündigt. Als ich zitternd frage „Wann ist das endlich vorbei“, geht auch schon die Tür auf: Ich habe es geschafft. 
Das Hoch, was nach dem Eissauna-Besuch versprochen wird, kommt sofort – nur weiß ich nicht genau, ob es die angekündigten Endorphine sind oder die Freude darüber, dass ich 3 Minuten durchgehalten habe, jetzt „frei“ bin und ein neues sehr kaltes Abenteuer erlebt habe. In meinen Schlappen schlurfe ich in die Umkleidekabine zurück, lege die Handschuhe ab und fühle die Kühle auf meiner Haut. 

Wie fühlt man sich nach der Eissauna?

Ein halbe Stunde später, es ist Zeit zu Hause zu entspannen, fühle ich Kältewellen, die mich durchströmen, gefolgt von einem angenehmen Kribbeln der Rückenmuskulatur, fast so als hätte ich eine Massage gehabt. Das angenehme Kribbeln kommt schauerweise auch in den folgenden Stunden immer wieder zurück. Der Muskelkater ist dergleiche wie am Morgen und auch am Folgetag ist er leider nicht auf wundersame Weise verschwunden.
Fazit: Würde ich noch einmal in die Eissauna gehen? Ich denke schon. 

Was sollte man vor dem Besuch der Eissauna beachten?

Aller Schmuck muss abgelegt werden. Drei Stunden vor dem Eissaunabesuch darf der Körper nicht eingecremt werden. Du solltest etwas gegessen haben, d.h. auf nüchternen Magen ist ein Besuch in der Eissauna nicht ratsam.

Wie lange dauert eine Anwendung in der Eissauna?

In der Regel dauert eine Anwendung 3 Minuten lang.

Was bewirkt die Eissauna?

Nicht nur Verspannungen und Muskelkater sollen sich lösen, das Hautbild soll verbessert werden, Stoffwechsel und somit Gewichtsabnahme werden angekurbelt. Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Behandlung.  

Wo gibt es eine Eissauna in Hamburg?

Derzeit gibt es die Eissauna Cryopoint in Hamburg Winterhude im Hofweg 100.
Die Eissauna Coolbodies befindet sich in der Magdalenenstraße 18 in Pöseldorf. In Blankenese kannst du zu 196 Grad – die Eissauna in der Blankeneser Bahnhofstraße 134 gehen. 

Was kostet ein Besuch in der Eissauna?

Die Preise für eine einmalige Behandlung liegen zwischen 39 € und 49 €. Der Cryopoint in Winterhude bietet eine 10er Karte für 290 €.

About the author

Anica

Hallo und willkommen auf just-not-enough-time. Ich bin Anica und teile hier meine Reiseerfahrungen und –empfehlungen.
Seit über 15 Jahren backpacke ich durch die Welt und es ist kein Ende in Sicht.
Wenn ich nicht reisen kann, dann probiere ich neue Dinge aus und schreibe darüber.

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