Italien

Vulcano Tipps: Kraterwandern, Schwefelschlammbaden und Inselhopping

Krater Vulkan Vulcano
Ein Blick in den Krater und auf die dampfenden Fumarole.

Vulcano Tipps: Vulcano – der Name ist Programm, denn auf dieser kleinen Insel dreht sich das meiste um vulkanbezogene Phänomene. Die Insel Vulcano gehört mit den Nachbarinseln Lipari, Filicudi, Stromboli, Salina, Panarea und Alicudi zur Inselgruppe der Äolischen, die auch die Liparischen Inseln genannt werden, und sich im Tyrrhenischen Meer befinden – an der Nordküste von Sizilien. Auch wenn die Insel sehr klein ist, gibt es eine Reihe beeindruckender Dinge, die du auf Vulcano erleben kannst.

Vulcano Tipp 1: Das Highlight – Die Vulkanwanderung 

Das Highlight ist ganz sicher die Wanderung auf den Vulkan Vulcano. Vom Fähranleger bis zum Krater kannst du es in gut einer Stunde schaffen und brauchst dafür keinen Guide. Wichtig ist, dass du feste Schuhe trägst, denn der Weg ist mal steinig, mal steil. Ein paar Stellen, an denen du ein wenig klettern musst, gibt es auch. Belohnt wirst du mit wahnsinnig schönen Aussichten in Richtung der Nachbarinseln und natürlich mit einem Blick in den Krater. Wenn du oben angekommen bist, kannst du den Krater umwandern und siehst Stellen, an denen Dämpfe aus der Erde austreten, die sogenannten Fumarolen. Ein Schild am Anfang der Wanderung warnt, dass diese Dämpfe giftig sind!

Aussicht Vulcano vom Vulkan
Aussicht vom Vulkan: Inseln so weit das Auge reicht.

Vulcano Tipp 2: Im Schwefel-Schlamm baden – I Fanghi di Vulcano

Nur wenige Minuten vom Fähranleger entfernt findest du das Schwefelschlammbad auf der Insel Vulcano. Im Prinzip könnte man sagen: immer der Nase nach, denn schon beim Verlassen der Fähre weht dir eine schwefelhaltige Brise entgegen. Vom Fähranleger zum Schlammbad läufst du ungefähr 3 Minuten. Der Schwefelschlamm befindet sich direkt hinter einem kleinen Felsen.

Vulcano Tipp 3: Im warmen Thermalwasser baden

Wenn du den Schlamm abgewaschen hast, kannst du über eine kleine Leiter direkt an den steinigen Strandabschnitt klettern, an dem warmes Wasser aus dem Meeresboden sprudelt und dort das prickelnde Phänomen im Meer genießen. Der große Vorteil in der Nebensaison: ich hatte sowohl das Schlammbad als auch das Meer ganz für mich allein. Auch bei 18 Grad Außentemperatur ließ es sich gut aushalten.

Quellen Vulcano Highlight
Das sprudelnde Meer – warmes Wasser mischt sich mit Meereswasser.

Vulcano Tipp 4: Baden am schwarzen Strand

In der Nähe des Fähranlegers befinden sich gleich drei Strände, die du in wenigen Gehminuten erreichst. In Richtung des Vulkans, links vom Fähranleger, ist eine kleine Bucht. Der Strand dort ist steinig. 
Wenn du geradeaus gehst, in Richtung des Schwefelschlammbades, gelangst du zu einem schwarzen Sandstrand, an dem sich auch die Thermalquellen befinden. Dieser Strand grenzt direkt an das Schlammbad. Obwohl der Sandstrand auch hier schwarz ist, handelt es ich noch nicht um den eigentlich schwarzen Strand, den Spiaggia Nera. Diesen findest du, wenn du noch ein paar Minuten weiter gehst. Der Weg ist ausgeschildert.

Schwarzer Strand Volcano Liparische Inseln
Der schwarze Strand – mit Panoramablick

Vulcano Tipp 5: Spaziergang auf Volcanello – Kaktusbeete mit Aussicht

Wenn du genug vom Strand hast, kannst du in Richtung Volcanello spazieren gehen. Der Weg führt auf der Straße entlang und in nur einer halben Stunde erreichst du das dortige Ende der Insel, an dem sich das Therasia Resort & Sea Spa befindet. Dort kannst du die Aussicht genießen, einen Kaffee trinken und die wundervollen Kaktusbeete bestaunen.

Vulcano Tipp 6: Ein Besuch im Valle de Mostri auf Volcanello

Auf dem Rückweg kannst du im Valle de Mostri vorbeischauen. Dort erwarten dich auf schwarzem Sandboden Lavaformationen – und natürlich eine tolle Aussicht.

Valle de Mostri Highlight Vulcano
Valle de Mostri – der Lava auf der Spur.

Vulcano Tipp 7: Inselhopping von Vulcano nach Lipari 

Die Insel Vulcano ist klein und gerade in der Nebensaison ist nicht viel los. Wenn dir nach Abwechslung ist, dann erreichst du die Nachbarinsel Lipari in zehn Minuten mit der Fähre. Dort leben ungefähr 12.000 Menschen und in dem kleinen Hafenstädtchen Lipari kannst du durch die bezaubernden kleinen Gassen schlendern oder einen Besuch im Museum einbauen. Wenn du dir ein Auto mietest, kannst du die Insel erkunden. 
Kosten für die Fahrt von Vulcano nach Lipari: 5,50 €

Vulcano Tipp 8: Von Vulcano nach Stromboli

Auch die Insel Stromboli, bekannt für den gleichnamigen noch aktiven Vulkan Stromboli, erreichst du von Vulcano in zwei Stunden per Fähre.  

Vulcano Tipp 9: Tauchen und Stand-Up Paddeln auf Vulcano

Im Sommer kannst du in der Umgebung von Vulcano tauchen oder Stand-Up paddeln gehen. Für die Mountainbiker gibt es Bikes, um die Insel auf zwei Rädern zu erkunden. Autos und Roller kannst du ebenso mieten – diese gibt es auch in der Nebensaison.

Vulcano Tipp 10: Wo kann man gut auf Vulcano übernachten?

Auf Vulcano gibt es viele Bed and Breakfasts und mehrere Hotels. Einige davon sind in Hafennähe in Volcano Porto bzw. Porto die Levante und einige befinden sich auf dem Inselteil Volcanello. Eine gute Auswahl kannst du auf Booking.com einsehen.
Ich habe im Hotel Faraglione direkt am Fähranleger, also in Volcano Porto, übernachtet. Die Zimmer waren sehr sauber Zimmer und es gibt eine Dachterrasse mit schöner Aussicht. In der Nebensaison kostete die Übernachtung 25 € – inklusive Frühstück in der kleinen Cafeteria nebenan, die auch der Anlaufpunkt für die Einheimischen ist. 
Beim Erkunden der Insel hat mir von der Ansicht das Therasia Resort & Sea Spa auf Volcanello gut gefallen – wie die Zimmer sind, wie das Essen ist, weiß ich leider nicht, da es in der Nebensaison geschlossen war. Wenn du mehrere Tage in der Nebensaison auf der Insel bleiben möchtest, empfiehlt sich ein BnB mit Küche, in der du Speisen zubereiten kannst, wenn sonst alles geschlossen hat.

Therasias Resort and Spa Volcano Hoteltipp
In der Nebensaison verlassen – das Resort und Spa am Ende des Inselteils Volcanello.

Vulcano Tipp 11: Mein Restauranttipp 

Per Zufall habe ich das einzige geöffnete Restaurant gefunden und die Entdeckung lohnte sich. Das Restorante La Forgia Maurizio ist mein Restaurant-Tipp Vulcano – aber nicht nur, weil es das einzige Restaurant war, was ich ausprobieren konnte.
Die goldgestrichenen Wände verleihen dem Restaurant ein marokkanisches Flair – die Speisen sind italienisch und sehr lecker, ganz besonders das Brot, dass Maurizio zu dem köstlichen Olivenöl serviert, war ein Highlight. Maurizio lebt seit Jahrzehnten vegan und die Backkunst, die er im Laufe der Zeit erlernt hat, schmeckt man bei jedem Bissen. In der Hauptsaison ist das Essen a la carte, in der Nebensaison sagt dir Maurizio, der sechs oder sieben Sprachen spricht, was er dir zubereiten kann.
Wo: Strada Provinciale 179

Anreise von Catania, Taormina oder Messina nach Vulcano

Wenn du nach Catania fliegst oder deine Reise von Taormina nach Vulcano planst, nimm am besten den Zug bis nach Messina. Am Bahnhof von Messina steigst du in den blauen Giuntabus, der direkt nach Milazzo an den Hafen fährt, wo die Fähren auf die Liparischen Inseln ablegen. Die Busstation ist direkt am Fähranleger von Milazzo – der Bahnhof von Milazzo hingegen befindet sich etwas außerhalb, deswegen ist die Anreise per Bus besser. 

Wie kommt man auf die Insel Vulcano?

Vom Festland, von Milazzo, fahren täglich mehrere Fähren auf die Insel Vulcano. Die Überfahrt dauert zwischen 50 und 60 Minuten und kostet für eine erwachsene Person 16,40 €. Für die Rückfahrt habe ich 13,90 € gezahlt – die Preise richten sich nach der Nachfrage.
Du kannst dein Ticket online auf der Seite des Fähranbieters Liberty Lines buchen oder am Hafen von Milazzo direkt vor der Abfahrt kaufen. Liberty Lines befördert hauptsächlich Personen. Wenn du mit Auto übersetzen willst, empfiehlt sich der Fähranbieter Siremar, der ebenfalls mehrmals täglich auf Vulcano anlegt.
Vulcano-Wetter-Tipp: Bei starken Winden kann es sein, dass die Fähren nicht fahren, deswegen behalte den Wetterbericht im Auge, wenn dein Rückflugtermin naht und du auf einer der Inseln unterwegs bist.

Vulcano Tipp: Die beste Reisezeit

Je nachdem, was dir wichtig ist, bieten sich unterschiedliche Zeiten an. Wenn du Ruhe bevorzugst, dann reise in der Nebensaison an. Wenn es dir wichtig ist, dass es viele Restaurantoptionen und ein aktives Nachtleben gibt, dann ist die Hauptsaison die richtige Zeit, denn in der Nebensaison ist neben dem Supermarkt, vielleicht einem Restaurant und dem Café in der Nähe des Fähranlegers so gut wie alles geschlossen. Selbst große Hotels sind komplett verwaist. 
Ich war im Februar auf Vulcano. Die Temperaturen lagen zwischen 15 und 20 Grad, der Himmel war blau, die Sonne schien und gerade auf dem Vulkan wehte an einigen Tagen ein starker Wind.  Mein Vulcano Tipp ist auf jeden Fall die Nebensaison.

Welche besondere Kleidung benötigst du auf der Insel Vulcano?

Wenn du den Vulkan besteigen möchtest, bring feste bequeme Sportschuhe oder Wanderschuhe mit. Ich bin mit Sneakern auf den Vulkan gewandert – das hat wunderbar funktioniert.
Sonnencreme, Sonnenbrille und eine Mütze sind bei windigem Wetter wichtig. An den Stränden und im Meer ist es steinig – es geht zwar barfuß aber angenehmer sind sicherlich Badeschuhe.

Wieviel Zeit sollte man für Vulcano einplanen?

Du kannst die Highlights – Vulkanbesteigen, Schlammbad und im Meer mit den sprudelnden Quellen baden – an einem Tag besuchen. Wenn du entspannen möchtest, bleib ein paar Tage und genieße das Inselleben.

Mein Fazit

Wenn du Ruhe suchst, dann reise in der Nebensaison nach Vulcano. Für mich ist es faszinierend, dass diese kleine Insel drei großartige vulkanische Highlights bietet und das in Europa: das Schwefelbad, die Thermalquellen und natürlich den eigentlichen Vulkan. Die Reise hat sich mehr als gelohnt. Ich hoffe die Vulcano-Tipps lohnen sich für dich.
Weitere Anregungen und Highlights für einen Besuch auf Sizilien habe ich für Palermo und Syrakus zusammengestellt. Wenn du Foodie bist, dann schau mal bei den sizilianischen Köstlichkeiten vorbei.

About the author

Anica

Hallo und willkommen auf just-not-enough-time. Ich bin Anica und teile hier meine Reiseerfahrungen und –empfehlungen.
Seit über 15 Jahren backpacke ich durch die Welt und es ist kein Ende in Sicht.
Wenn ich nicht reisen kann, dann probiere ich neue Dinge aus und schreibe darüber.

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